Netflix im Test – Endlich ein durchdachtes (und funktionierendes) Interface !

Netflix. In Deutschland. Endlich.

Der Hype war groß, die Erwartungen hoch gesteckt.

Was kann der deutsche Ableger des größten Video-On-Demand-Dienstes denn nun wirklich?

Euphorie

Das erste Gerät auf dem ich die Netflix-Anwendung ausprobiert habe, war mein Smart-TV von LG. Nach dem Anlegen eines Accounts und der Auswahl des 14tägigen kostenfreien Testzeitraums konnte ich einen Blick auf das Interface werfen.

Interface

Netflix wirkt aufgeräumt, durchdacht und funktioniert. Alles ist in Kategorien sortiert, man bekommt persönliche Empfehlungen. Tiefergehende Optionen sucht man allerdings verzweifelt. Ich habe bei keinem anderen Video-On-Demand-Dienst – ich glaube mittlerweile kenne ich sie alle – einen so flotten und reibungslosen Ablauf erlebt. Vor Netflix war man es gewohnt, dass man mit mehreren Bestätigungsschritten oder teilweise obskuren Fehlermeldungen vor Beginn eines Streams rechnen musste. Hier ist man nur einen Knopfdruck/ Klick davon entfernt. Fehlermeldungen hatte ich bisher keine einzige.

Wiedergabe

Netflix speichert global ganz genau die Stelle, an der man mit der Wiedergabe eines Titels aufgehört hat, dadurch kann man problemlos auf ein anderes Gerät umschwenken und dort weiterschauen wo man aufgehört hat. Die Videos starten gefühlt innerhalb von Millisekunden, Ladezeiten gibt es so gut wie keine. Meistens wird das Video zu Beginn in einer niedrigeren Auflösung (720p) wiedergegeben und schaltet dann nach ein paar Sekunden in die höchste Auflösung (1080p) um. Weiterhin funktioniert das Spulen! Was habe ich bei Maxdome geflucht, wenn ich versuchte eine bestimmte Stelle in einem Stream zu finden, ein Vorwärts-Spulen ist dort nur in 5-Minuten-Sprüngen möglich (inkl. eventueller Verbindungsabbrüche). Hier funktioniert das ganze tadellos, eine bebilderte Leiste am unteren Bildschirmrand zeigt sogar eine Vorschau der Szene. So soll (muss) das sein!

Mittlerweile habe ich Netflix auf so ziemlich jedem Client-Gerät ausprobieren können. Und es funktioniert überall gleichermaßen gut. Ob auf einem System mit einem langsamen Prozessor (Smart-TV) oder dem High-End-Prozessor der Playstation 4. Als Nutzer merkt man nur einen geringfügigen Unterschied der Performance. Die Nutzeroberfläche ist so gut wie identisch.

Auch eine Kündigung des Services ist jederzeit online möglich.

Netflix macht was Bedienung und Oberfläche angeht alles richtig, aber wie sieht es mit den Inhalten aus?

Ernüchterung 

Wenn man sich als User auf einen allumfassenden Katalog an Filmen und Serien gefreut hat, wird man auch hier enttäuscht.

Nach wie vor gilt: Die Abdeckung der einzelnen Anbieter ist zu klein. Jeder hat seine eigenen exklusiven Inhalte, die der andere nicht hat. Was das Filmangebot angeht, sieht es auf dem deutschen Markt sowieso grausig aus. man wird leider meistens bei dem Gesuchten nicht fündig. Als bekennender Serien-Junkie liegt mein persönliches Hauptaugenmerk aber eh auf diesen. Hier sieht die Welt zum Glück etwas anders aus. Die Auswahl unterscheidet sich hierbei bei den einzelnen Anbietern nicht so stark.
Positiv fällt bei Netflix auf: Wenn eine Serie im Programm verfügbar ist, ist die komplette Serie (ab Staffel 1, Folge 1) verfügbar. Bei Maxdome sind ja z.B. häufig nur die letzte Staffel oder sogar nur die letzten 3 Folgen einer Staffel verfügbar. Dies sorgte bei mir immer wieder für Ärger. Außerdem kann Netflix auf viele exklusive Inhalte (z.B. Eigenproduktionen wie House of Cards oder Orange Is the New Black) im Serien-Bereich zurückgreifen. 

Fazit

Die Fragmentierung der Inhalte unter den einzelnen Anbieter ist immer noch viel zu groß. Auch Netflix ist hier nicht viel weiter als die Konkurrenz. Allerdings kommt hier mit Eigenproduktionen noch einmal frischer Wind in die Serien-Landschaft. Was Bedienung, Übersichtlichkeit und Ladezeiten angeht, lässt Netflix die Kontrahenten hinter sich.

Für einige Anbieter auf dem deutschen Markt dürfte es in dem hart umkämpften Geschäft schwer werden den Anschluss zu halten.

Wenn ihr Serien liebt, solltet ihr euch Netflix anschauen. Durch die 2wöchige Probezeit bekommt man einen guten Überblick über das Angebot und eine Kündigung ist ohne lästige Anrufe oder Anschreiben jederzeit online möglich.

Ganz klare Empfehlung.

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